Andreas Kenner: „Ich fordere eine Mietpreisbremse für Kirchheim, Wernau und Wendlingen“

Aus einer Kleinen Anfrage des MdLs geht hervor, dass der Wohnungsmarkt in diesen Gemeinden als angespannt gilt

Dienstag, 17. Dezember 2019

Aus einer Kleinen Anfrage des Kirchheimer Landtagsabgeordneten Andreas Kenner (SPD) an das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau geht hervor, dass der Wohnungsmarkt in Kirchheim/Teck, Wernau und Wendlingen als angespannt gilt.

Andreas Kenner zieht daraus folgenden Schluss: „Ich fordere für diese drei Gemeinden in meinem Wahlkreis die Mietpreisbremse. Hierzu muss das Land noch eine neue Verordnung erlassen. Leider lässt sich die Landesregierung hier zu viel Zeit, während zum Beispiel Bayern schon längst eine neue Verordnung hat. Ich fordere hier rasches Handeln der grün-schwarzen Landesregierung.“ Weiter fordert Andreas Kenner: „Wir brauchen auch eine echte Wohnraumoffensive in Baden-Württemberg für bezahlbaren Wohnraum. Dazu müssen verstärkt auch Landesflächen genutzt werden.“

Für die Stadt Kirchheim/Teck ergibt sich ein Wohnungsversorgungsgrad von 96,8 Prozent. Das klingt zunächst gar nicht schlecht, die Differenz zwischen Wohnungsnachfrage und Wohnungsangebot ergibt unterm Strich aber ein Angebotsdefizit von 650 Wohnungen, die fehlen. Für die Stadt Wernau liegt ein Angebotsdefizit von 55 Wohnungen vor (Wohnungsversorgungsgrad von 99,1 Prozent), in Wendlingen fehlen 28 Wohnungen (Wohnungsversorgungsgrad von 99,6 Prozent).

Für Kirchheim/Teck ergibt sich eine Mietbelastungsquote in Höhe von 19,7 Prozent. Diese liegt über dem Landesdurchschnitt von 19,6 Prozent. Die Mietbelastungsquote wird durch die Bruttowarmmiete gemessen. Diese setzt sich aus der Nettokaltmiete, den Betriebskosten und den Heiz- und Warmwasserkosten zusammen. In Kirchheim/Teck beträgt die Bruttowarmmiete 12,71 Euro pro Quadratmeter. Multipliziert mit der durchschnittlichen Wohnfläche von 74,10 Quadratmeter ergibt sich in Kirchheim/Teck eine durchschnittliche Bruttowarmmiete von jährlich 11.301,73 Euro. In Verhältnis gesetzt zum durchschnittlichen Haushaltseinkommen in Höhe von 57.355 Euro führt dies zur genannten Mietbelastungsquote von 19,7 Prozent.

Zum Vergleich: Die Mietbelastungsquote in Wernau liegt auf Höhe des Landesdurchschnitts von 19,6 Prozent (12,23 Euro pro Quadratmeter Bruttowarmmiete), die Mietbelastungsquote in Wendlingen beträgt wie in Kirchheim/Teck 19,7 Prozent (12,37 Euro pro Quadratmeter Bruttowarmmiete).

In Kirchheim/Teck ist die durchschnittliche Angebotsmiete von 2012/2013 bis 2017/2018 um 26,6 Prozent gestiegen. Die Mietsteigerungen liegen somit über dem Landesdurchschnitt, der 25,4 Prozent beträgt. In Wernau ist die durchschnittliche Angebotsmiete in fünf Jahren um 17,4 Prozent gestiegen, womit die Mietsteigerung hier unter dem Landesdurchschnitt liegt. Auch in Wendlingen liegt die Steigerung um 24,8 Prozent in fünf Jahren etwas unter dem Landesdurchschnitt.

Weil letztlich in allen drei genannten Gemeinden des Wahlkreises Kirchheim vier von fünf Einzelindikatoren erfüllt sind, die zur Identifizierung angespannter Wohnungsmärkte in Baden-Württemberg geeignet sind, sollten Kirchheim/Teck, Wernau und Wendlingen nach Empfehlung des Wirtschaftsministeriums in die Gebietskulisse einer neuen Landesverordnung zur Mietpreisbremse aufgenommen werden. Diese neue Landesverordnung wurde im Spitzengespräch der sogenannten „Wohnraum-Allianz“ am 14. Oktober 2019 thematisiert. Aber ihre Umsetzung lässt leider nach wie vor auf sich warten, was die SPD-Fraktion kritisiert.