Andreas Kenner: Wir müssen Betreuungs- und Erholungsangebote für Kinder und Jugendliche im Sommer ermöglichen

Minister Lucha muss jetzt eine Entscheidung treffen, ob sie in den Sommerferien erlaubt sind

Donnerstag, 28. Mai 2020

Zu dieser Frage werde er von vielen Vereinen und Verbänden angeschrieben, wie beispielsweise vom Kreisjugendring Esslingen oder dem Dekanat Esslingen-Nürtingen, berichtet Andreas Kenner.

Als Jugendpolitischer Sprecher der SPD im Landtag stimmt Andreas Kenner den Verbänden zu, dass es jetzt Planungssicherheit braucht. „Sonst besteht die Gefahr, dass sie jetzt ihre Vorbereitungen einstellen, weil sie sich bei einer späteren Entscheidung nicht mehr in der Lage sehen die umfangreichen Vorbereitungen zum Beispiel für eine Stadtranderholung noch stemmen zu können. Mir wird berichtet, dass teilweise Maßnahmen daher schon abgesagt wurden“, führt Andreas Kenner aus. „Dann nutzt es leider auch nichts, wenn Sozialminister Lucha später dann doch noch entscheiden sollte, dass Ferienspiele, Stadtranderholungen und Zeltlager stattfinden können“.

Er begrüße es, dass die Kitas und Grundschulen noch vor den Sommerferien wieder für alle Kinder geöffnet werden sollen. Aber dann sollten doch auch Angebote für Kinder und Jugendliche in den Ferien möglich sein und führt aus: „Kinder und Jugendliche sind mit am stärksten von den Maßnahmen zur Eindämmung der Corona Pandemie betroffen. Während vielerorts bereits Öffnungen erfolgen oder Fahrpläne dafür bestimmt wurden, bleiben gemeinschaftliche Angebote für Kinder und Jugendliche bisher auf der Strecke. Für Kinder und Jugendliche ist diese Situation kaum mehr erträglich.“

Und er könne es auch niemanden vermitteln, wenn die Profis in der Bundesliga wieder Fußball spielen können, warum das Kinder dann im Sommer als gemeinsame Freizeitprogramm bei einer Stadtranderholung nicht dürfen sollten. „Wir schießen doch ein Eigentor, wenn es im Sommer keine Angebote für Kinder und Jugendliche gibt, auch aus Infektionssicht gesehen. Es ist doch besser es gibt Angebote bei denen mit organisatorischen Maßnahmen Infektionsketten so weit als möglich ausgeschlossen werden können. Andernfalls treffen sich Kinder und Jugendliche auf eigene Faust.

Zu Beginne der Krise wurde vom Phänomen der Corona-Partys berichtet, ruft Kenner in Erinnerung. Allerdings sind junge Menschen da auch zu Unrecht in ein schlechtes Licht gekommen. „Es waren ja nicht nur junge Menschen die sich nicht gleich an die Einschränkungen gehalten haben. Und so wird es dann sicherlich wiederkommen“, warnt Andreas Kenner. „Es kann nicht sein, dass Kinder und Jugendliche noch länger, womöglich gar über den Sommer auf Freizeit- und Entfaltungsmöglichkeiten verzichten müssen.“