Andreas Kenner

Für uns im Landtag

Bildung muss auch beim herkunftssprachlichen Unterricht Aufgabe des Staates sein

 

Bündnis aus SPD, GEW und PH Heidelberg fordert herkunftssprachlichen Unterricht als Regelangebot an Schulen

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Andreas Kenner begrüßt die Initiative der SPD-Landtagsfraktion mit der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) und der Pädagogische Hochschule Heidelberg und dem Heidelberger Zentrum für Migrationsforschung und Transkulturelle Pädagogik (Hei-MaT), die ein gemeinsames Konzept zur Einführung von herkunftssprachlichem Unterricht als Regelangebot an baden-württembergischen Schulen vorgestellt haben. Ziel muss es sein, den aktuell bestehenden Konsulatsunterricht abzulösen. „Bildung ist eine staatliche Aufgabe, wir sollten den herkunftssprachlichen Unterricht nicht Konsulaten oder undurchsichtigen Religionsschulen überlassen“, fordert Andreas Kenner.

Laut SPD-Fraktionsvorsitzende Andreas Stoch überlässt die grün-schwarze Landesregierung diesen wichtigen Teil der Bildung für Kinder mit Migrationshintergrund den ausländischen Konsulaten, weil dies für die Landeskasse günstiger ist. Damit mach es sich die grün-schwarze Landesregierung nach Ansicht von Stoch und Kenner allerdings zu einfach. Schlechte Ergebnisse in Schulvergleichsstudien hätten gezeigt, dass insbesondere die Schülerinnen und Schüler Unterstützung brauchen, die zuhause kein Deutsch sprechen. Nach Meinung der beiden SPD Politiker muss Sprachförderung zur Kernkompetenz des Bildungssystems in Baden-Württemberg werden, gerade auch weil Baden-Württemberg das Flächenland mit dem bundesweit höchsten Anteil an Kindern mit Migrationshintergrund ist und seit 2015 eine verstärkte Zuwanderung erfahren hat.

„Das Potential des herkunftssprachlichen Unterrichts wird bisher gar nicht genutzt, kann aber ein wichtiger Baustein im Gesamtkonzept für erfolgreiche Integration sein. Eine Landesregierung, die ihre integrationspolitische Aufgabe ernst nimmt, muss der Förderung des Spracherwerbs höhere Priorität einräumen“, so die GEW-Landesvorsitzende Doro Moritz. Wie eng die Förderung der Herkunftssprache und die Verbesserung der Sprachkompetenzen in Deutsch zusammenhängen, erklärt Professorin Dr. Havva Engin (Hei-MaT): „Wenn Kinder ihre Herkunftssprache richtig beherrschen, fällt ihnen auch das Deutschlernen viel leichter. Wir brauchen daher feste Strukturen, die auf eine koordinierte Zweisprachigkeit der Kinder setzen, statt eine doppelte Sprachlosigkeit zu provozieren.“

Deshalb soll aus Sicht des Bündnisses herkunftssprachlicher Unterricht in Baden-Württemberg zukünftig als freiwilliges Wahlfach angeboten werden, erst in Form eines fünfjährigen Schulversuches an 90 Schulen und dann überall dort, wo Bedarf besteht. Aktuell besuchen 38.500 Kinder den Konsulatsunterricht. Der Bedarf könnte aber steigen, wenn das Angebot von staatlicher Seite kommt. Es gibt realisierbare Wege den herkunftssprachlichen Unterricht an Schulen anzubieten, Kultusministerin Susanne Eisenmann fehlt nach Ansicht der SPD Fraktion aber schlichtweg der politische Wille dazu. „An den Kosten für den von der GEW, der pädagogischen Hochschule Heidelberg und der SPD nun vorgeschlagenen Schulversuch in Höhe von rund zwei Millionen Euro kann es angesichts der guten Haushaltslag ja nicht liegen“, findet Andreas Kenner.