Daniel Born: „Mir ist wichtig, dass wir im Landtag demokratisch streiten“

Kenners Montagsrunde mit dem Vizepräsidenten des Landtags Daniel Born (SPD)

Dienstag, 15. Juni 2021

Auch nach der Landtagswahl führt Andreas Kenner seine Montagsrunde fort. Am 14. Juni war sein Fraktionskollege, der frisch gewählte Vizepräsident des Landtags von Baden-Württemberg Daniel Born, sein Gast. Beim Storms auf dem Marktplatz in Kirchheim konnte die Montagsrunde endlich vor Live-Publikum stattfinden.

Mit dabei waren u.a. der Kirchheimer Oberbürgermeister Dr. Pascal Bader, die Kirchheimer Stadträtin und SPD Vorsitzende Tonja Brinks und der Vorsitzende der Jusos Kreis Esslingen Daniel Krusic. Für die musikalische Umrahmung sorgten Manfred und Monika Osen sowie Otwin Schiele mit Ragtime und Blues.

Die Themen, über die sich der „Schwabe“ Andreas Kenner und der „Kurpfälzer“ Daniel Born unterhielten, waren breit gefächert: Es ging um die Repräsentation des Landtags und die Debattenkultur, um Bildung und Kitas, ums Wohnen oder um den ÖPNV. Als Landtagsvizepräsident repräsentiert Daniel Born künftig den Landtag und leitet Landtagssitzungen. Wie sollte man hier mit Zwischenrufen umgehen, wollte Andreas Kenner wissen. Daniel Born unterschied zwischen solchen Zwischenrufen, die die Debatte beleben und die sachlich sind und solchen, die sich auf einer rein persönlichen Ebenen abspielen und eventuell auch beleidigend sind. Diese müssten dann vom Sitzungsleiter unterbunden werden. „Mir ist wichtig, dass wir im Landtag demokratisch streiten, mit wechselseitiger Wertschätzung“, betonte Daniel Born.

Andreas Kenner charakterisierte seinen Fraktionskollegen als sehr kollegial. Daniel Born könne aber auch ein harter Debattenredner sein, wenn ihm ein Thema wichtig ist. Zu den politischen Schwerpunkten von Daniel Born gehören die frühkindliche Bildung und das Thema Wohnen. „Als SPD-Fraktion sind wir für gebührenfreie Kitas, weil wir Bildungspolitik als wichtige Aufgabe des Landes begreifen. Die Eltern könnten in der durch Corona bedingten angespannten Lage entlastet werden und wir könnten verstärkt in die Qualität der Kitas investieren“, betonte Daniel Born.

Andreas Kenner hob hervor, dass die Stadt Kirchheim in den kommunalen Wohnungsbau einsteigen möchte, um die Wohnungsnot zu lindern und kostengünstiges Wohnen zu ermöglichen. Daniel Born meinte, dass bezahlbarer Wohnraum entscheidend für den sozialen Zusammenhalt im Land sei. Es könne nicht sein, dass manche Mieter die Hälfte ihres Einkommens für die Miete ausgeben müssten. Um das Wohnen nicht allein dem Markt zu überlassen, sei es wichtig, dass sich auch verstärkt die Kommunen einbringen. Auch Genossenschaften und Syndikate seien wichtig, um kostengünstiges Wohnen zu ermöglichen, das nicht primär auf Rendite aus ist. „Als SPD fordern wir ja schon lange eine Wohnungsbaugesellschaft des Landes. Grün-Schwarz lehnt diese ab. Als Opposition müssen wir die Regierung bei der Aufgabe kontrollieren, ausreichenden und bezahlbaren Wohnraum zu schaffen“, so Daniel Born.

Zum ÖPNV meinte Andreas Kenner, dass es parteiübergreifend Konsens sei, dass dieser in Baden-Württemberg besser werden müsse. „Er muss bezahlbar, sauber und pünktlich sein. Das müssen wir parteiübergreifend angehen.“ Daniel Born verwies auf die 20-Minuten-Garantie im SPD-Wahlprogramm, was die Anschlüsse im ÖPNV betrifft: „Hier muss der Landtag liefern.“

Der Kirchheimer Oberbürgermeister Dr. Pascal Bader beendete den Abend mit einem kurzen Überblick über die Kirchheimer Lokalpolitik.

Foto: Daniel Born, Andreas Kenner, OB Dr. Pascal Bader (v.l.n.r.).