Andreas Kenner

Für uns im Landtag

MdLs Born und Kenner nehmen Stellung zum Lehrermangel an den Grundschulen

 

„Die Grundschulen brauchen nicht schon wieder eine Notlösung, sondern eine nachhaltige Stärkung“

SPD-Bildungsexperte Daniel Born und sein Fraktionskollege Andreas Kenner sehen das neue Konzept zur Einstellung von Gymnasiallehrkräften an Grundschulen skeptisch: „Kultusministerin Susanne Eisenmann schmeißt jeglichen Qualitätsanspruch über Bord.“ Allein die Tatsache, dass die Dauer der Qualifizierung von Gymnasiallehrkräften für den Einsatz in der Grundschule nun um die Hälfte gekürzt werden soll, spreche Bände über die mangelnde Anerkennung und das unzureichende Verständnis der Kultusministerin für die Arbeit an Grundschulen. „Die Anforderungen an eine Lehrkraft in der Grundschule sind völlig andere als die am Gymnasium – so zu tun, als könnte jeder einen guten Grundschulunterricht einfach so aus dem Ärmel schütteln, schadet den Grundschulen und ist ein Schlag ins Gesicht aller Lehrkräfte“, monieren Born und Kenner.

Es sei unaufrichtig, dass die grün-schwarze Regierung so tue als gäbe es keine Alternativen, um den Lehrermangel an Grundschulen anzugehen. Daniel Born und Andreas Kenner stellen klar: „Die Grundschulen brauchen nicht schon wieder eine Notlösung, sondern eine nachhaltige Stärkung. Das ist möglich, muss aber politisch gewollt sein.“ Konkrete Vorschläge der SPD-Landtagsfraktion, wie Grundschullehrkräfte aus den Gemeinschaftsschulen zurückzuholen, würden ohne Prüfung abgelehnt. Die Kollegien der Gemeinschaftsschulen müssten mittelfristig mit Gymnasiallehrkräften aufgestockt werden, um das pädagogische Konzept dort umzusetzen. Durch eine ausgeglichene Durchmischung könnten dann wieder mehr Grundschullehrkräfte an den Grundschulen eingesetzt werden.

Dieses Vorgehen mache pädagogisch viel mehr Sinn, weil es auf für den Primarbereich ausgebildete Lehrkräfte setzt und auch den Präferenzen der jungen Absolventinnen und Absolventen entspricht. „Von 2.200 Gymnasiallehrkräften ohne Stelle wollten zu Beginn des Schuljahrs über 700 an einer Gemeinschaftsschule unterrichten, aber nur 30 haben sich für den Einsatz an einer Grundschule gemeldet“, betont Born, und Andreas Kenner ergänzt: „Wenn wir nun Lehrkräfte in die Grundschulen locken, die dort nur warten bis sie endlich aufs Gymnasium dürfen, wirkt sich das negativ auf deren Motivation und die Bildungschancen der dort unterrichteten Kinder aus.“