SPD-Antrag zeigt: 70 Prozent aller Haushalte im Land heizen mit Öl oder Gas

Donnerstag, 2. Juni 2022

SPD-Antrag zeigt: 70 Prozent aller Haushalte im Land heizen mit Öl oder Gas

70 Prozent der Gebäudeheizungen in Baden-Württemberg werden noch mit Öl oder Gas betrieben. Das zeigt die Antwort des Umweltministeriums auf eine Anfrage der SPD-Landtagsfraktion. Aus Sicht des SPD-Klimaexperten Gernot Gruber verwundert es daher nicht, dass das Ministerium auf seine Anfrage offenlegt, dass 17 von 63 Megatonnen Kohlendioxid im Südwesten alleine auf das Konto des Beheizens von Wohngebäuden gehen.

„Mit 40 % hat Baden-Württemberg einen Rekordanteil an Ölheizungen, die deutlich mehr CO2 abgeben als Gasheizungen oder Wärmepumpen“, so Gernot Gruber. Ölheizungen seien in Baden-Württemberg im Durchschnitt bereits seit 21 Jahren, Gasheizungen seit 12 Jahren im Betrieb. Gruber: „Der Heizungsaustausch kommt vor allem bei alten Ölheizungen im Land noch langsamer voran als im Bund.“

In Baden-Württemberg, in dem seit 11 Jahren ein grüner Ministerpräsident regiert, passiert einfach zu wenig in diesem Bereich. Das Vorhaben 2040 klimaneutral zu werden ist vorbildlich, aber neue Konzepte und Pläne sind nur hilfreich, wenn sie auch angegangen und umgesetzt werden.

Dies ist besonders jetzt wichtig, da die kommenden Jahre kritische und entscheidende Jahre im Kampf gegen den globalen Klimawandel sind. Wenn wir den Planeten nicht noch weiter einheizen wollen, müssen alte Heizungen durch effizientere und sparsamere ersetzt werden, um den Anteil an fossiler Energie wirksam zu reduzieren.

Bisher ist in Baden-Württemberg nur eines klar: Dem Ziel bis 2040 klimaneutral zu sein und bis 2030 die Treibhausgase massiv einzusparen hinkt das Land deutlich hinterher.

MdL Andreas Kenner fordert vom Land, dass die betroffenen Ressorts in den Sektoren Energiewirtschaft, Industrie, Verkehr und Haushalte Verantwortung übernehmen und einen gemeinsamen Aktionsplan für die kommenden vier Jahre vorlegen. Kenner: „Vor allem private Haushalte, die von der aktuellen Energiekrise betroffen sind müssen aktiv vom Land unterstützt werden, wenn sie ihre Heizanlagen umbauen möchten. Die Antwort auf die Krise kann nicht sein, sich in neue Abhängigkeiten von Katar oder anderen Staaten zu begeben. Wir müssen jetzt die Menschen in der Region unterstützen aktiv Energie sparen zu können. Dafür brauch es Investitionen und nicht nur stoisch wiederholte Aufforderungen die Heizungen runter zu drehen. Der Plan wie das gelingen kann muss bis zum Sommer stehen, dass wir besser gerüstet in den Winter kommen.“