SPD-Fraktion: Landesregierung ignoriert Probleme der Schulbegleitung

Donnerstag, 21. September 2017

Der SPD-Schulexperte Gerhard Kleinböck und sein Fraktionskollege Andreas Kenner verlangen von der grün-schwarzen Landesregierung eine ernsthafte Auseinandersetzung mit den Problemen beim Einsatz von Schulbegleitungen. 

„Zu häufig werden die Schulbegleitungen aufgrund personeller Engpässe für pädagogische Aufgaben eingesetzt, für die sie weder ausgebildet noch verantwortlich sind“, kritisieren Kleinböck und Kenner. In der Antwort auf eine Anfrage der SPD-Landtagsfraktion (Drucksache 16/2279) zu diesem Thema leugnet Ministerin Eisenmann diese Tatsache und weist jegliche Verantwortung von sich.

„Unter den Tisch kehren, hat noch keinen Missstand behoben“, warnt der SPD-Schulexperte Kleinböck. „Statt die betroffenen Schulbegleitungen mit den Herausforderungen der Inklusion alleine zu lassen, muss Ministerin Eisenmann aktiv mit nach Lösungen suchen.“ Die grün-schwarze Landesregierung müsse ihre Scheuklappen endlich ablegen und das Problem angehen.

Bisher begnüge sich das Kultusministerium leider damit, mit dem Finger auf die Kommunen und andere Ressorts zu zeigen. Für Kenner ist dies kritikwürdig: „Es scheint noch nicht bei Ministerin Eisenmann angekommen zu sein, dass Inklusion eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist“. Für deren Gelingen in der Schule müssten alle beteiligten Akteure an einem Strang ziehen und nicht gegeneinander arbeiten. „Für die förderbedürftigen Schülerinnen und Schüler ist es völlig egal, wer zuständig ist – es muss rund laufen, und das tut es momentan noch nicht“, konstatiert der jugendpolitische Sprecher der Landtagsfraktion.

Verbände hätten bereits gute Diskussionsgrundlagen geschaffen. So gäbe es vielversprechende Ideen, wie das Aufgabenprofil von Schulbegleitungen geschärft, deren Qualifizierung angepasst und die Zusammenarbeit mit den Lehrkräften verbessert werden könnte.