Andreas Kenner

Für uns im Landtag

„Zur Kirschblüte nicht nach Kyoto reisen, sondern nach Neidlingen gehen“

 

Rund 180 Gäste beim Politischen Aschermittwoch mit MdL Andreas Kenner in Wendlingen-Unterboihingen

Bereits zum 5. Mal luden der SPD-Ortsverein Wendlingen und MdL Andreas Kenner zum Politischen Aschermittwoch in das Katholischen Gemeindezentrum in Wendlingen-Unterboihingen ein. Rund 180 Zuhörer lauschten bei Leberkäswecken und Bier der einstündigen Aschermittwochsrede von MdL Andreas Kenner, in der dieser zunächst das Thema „Corona-Virus“ ansprach: Dass wieder so viele Gäste zum Politischen Aschermittwoch gekommen seien, sei in diesen Zeiten, wo das Virus bereits Baden-Württemberg erreicht habe, nicht selbstverständlich. Als Protestant, der in einem katholischen Gemeindehaus spreche, rate er dazu, keine fremden Frauen zu küssen und sich so vor einer Übertragung des Corona-Virus zu schützen. Und noch ein Tipp: „Wenn ihr nach China anruft, braucht ihr keinen Mundschutz.“

Das letzte Wochenende war für Kenner besonders schön: „Wann hat es das jemals gegeben, dass der VfB mit seinem Sieg gegen Regensburg und die SPD mit ihrem Wahlsieg in Hamburg praktisch gleichzeitig gewonnen haben?“. Noch vor kurzem hatte Katharina Fegebank von den Grünen gedacht, sie könne Erste Bürgermeisterin in Hamburg werden und sich zur „Katharina I.“ oder „Katharina die Große“ krönen. Mit dem klaren Wahlsieg von Peter Tschentscher für die SPD sei es nun doch anders gekommen. Am Wichtigsten sei aber, dass die Hamburger mit großer Mehrheit die demokratischen Parteien gewählt haben. „Mit der AfD kann man nicht klarkommen. Das erlebe ich auch regelmäßig in Baden-Württemberg. Hier darf man die Wähler auch nicht aus der Verantwortung entlassen!“, betonte Kenner.

Nachdem die Bundes-SPD in der Vergangenheit fast so viele Vorsitzende wie der VfB Trainer verbraucht habe, sei mit dem Mitgliederentscheid und der Wahl der neuen Doppelspitze inzwischen Stabilität eingekehrt: „Lassen wir ruhig die CDU streiten und das Kasperletheater mal andere machen.“ Ernst wurde es, als Andreas Kenner die rechtsextremistischen Anschläge in Hanau und Halle ansprach: „Hier sind wir alle gefordert, getreu dem Motto: Wehret den Anfängen! Wir haben rassistische Sprüche in unserem direkten Umfeld viel zu lange durchgehen lassen.“

Wichtig sind Kenner auch die Themen „Abschaffung der Kitagebühren“ und „Schaffung von bezahlbarem Wohnraum“: Die SPD fordert bekanntlich gegen den Widerstand der grün-schwarzen Landesregierung die Abschaffung der Kitagebühren in Baden-Württemberg. Es sei widersinnig und sozial ungerecht, wenn Gemeinden, die es sich leisten können, für sich Gebührenfreiheit beschließen – etwa die Stadt Heilbronn -, während das Heilbronn nahe Bad Wimpfen weiter Kitagebühren erhebe: „Für die betroffenen Familien macht das einen großen finanziellen Unterschied.“ Für Kenner und die SPD steht fest: „Wir sind für kostenlose Bildung, von der Kita bis zum Studium“. Wohnen wiederum sei ein Grundrecht, das nicht alleine dem Markt überlassen werden dürfe. Daher müssten Bund und Land aktiv in den Bau bezahlbarer Wohnungen einsteigen. „Wenn wir dieses Problem nicht lösen, schaffen wir Unzufriedenheit“, betonte Kenner.

Zum Themenfeld „Ökologie“ meinte der Kirchheimer MdL, es sei eigentlich widersinnig, dass der ökologische Fußabdruck gebildeter Menschen besonders groß sei. Dies liege vor allem daran, dass sie sich gerne Fern- und Flugreisen gönnten. Hier hatte Kenner klare Ratschläge: „Zur Kirschblüte muss man nicht nach Kyoto reisen, sondern hat sie in Neidlingen vor der Haustüre. Und Wein muss nicht aus Südafrika oder Neuseeland kommen; Württemberger Wein reicht vollkommen aus.“ Der MdL schloss mit einem eindringlichen Appell: „In über 100 Ländern darf man nicht wählen. Deshalb müssen wir unsere Demokratie schätzen und für sie einstehen gegen rechts!“.

Auch der Wendlinger SPD-Vorsitzende Simon Bürkle betonte bei seiner Begrüßung, dass es wichtig sei, als Zivilgesellschaft klare Kante gegen rechts zu zeigen. Vorfälle wie in Hanau oder auch in Thüringen rüttelten an den Grundfesten unserer Demokratie. Die SPD habe schon durch ihre Geschichte – Bürkle verwies explizit auf die Rede von Otto Wels gegen Hitlers Ermächtigungsgesetz – ein festes Wertefundament gegen rechts. „Kein Fußbreit den Faschisten“, forderte Bürkle.
Für den musikalischen Rahmen des Politischen Aschermittwochs sorgte „Annes Aschermittwoch Band“, die den Zuhörern mit Rock- und Popklassikern ordentlich einheizte. Wie in jedem Jahr spielte Andreas Kenner auf seiner Bluesharp bei einem Stück mit.