Herausragendes ehrenamtliches Engagement wurde gewürdigt

Kenners Montagsrunde im Live-Studio Storms mit Verleihung des Friedrich-Tritschler-Preises der SPD Kirchheim an das DRK und die Malteser Kirchheim

Dienstag, 2. März 2021

Jeden Montagabend unterhält sich der Kirchheimer Landtagsabgeordnete Andreas Kenner von 19 bis 20 Uhr mit Persönlichkeiten aus Kultur, Wirtschaft, Sport, Politik und Gesellschaft. Bei der 8. Montagsrunde gab es eine Premiere: Zum ersten Mal verliehen Tonja Brinks, die Vorsitzende der SPD Kirchheim, und MdL Andreas Kenner den Friedrich-Tritschler-Preis der SPD an das DRK Kirchheim und die Kirchheimer Malteser.

Der Namensgeber des Preises, Friedrich Tritschler, wurde 1810 in Kirchheim geboren und starb 1859 in den USA. 1948 war Friedrich Tritschler eine der Leitfiguren der 48er Revolution, die bekanntlich letztlich scheiterte. Um einer Gefängnisstrafe zu entgehen, floh Tritschler in die Schweiz und emigrierte von dort in die USA. „Friedrich Tritschler hat sein Leben riskiert für Freiheit, für Bürgerrechte, für das Wahlrecht. Deshalb wollen wir als SPD Kirchheim ihm posthum mit dem neuen Preis gedenken“, erklärte Andreas Kenner.

Christian Spies, Leiter der Notfallvorsorge der Malteser Kirchheim, und Thomas Haug, Bereitschaftsleiter beim DRK Ortsverein Kirchheim, nahmen aus den Händen von Tonja Brinks den gemeinsamen Scheck in Höhe von 800 Euro sowie die Urkunden entgegen. Damit wird das herausragende ehrenamtliche Engagement von DRK und Maltesern in Kirchheim gewürdigt. „Sie setzen sich für das Wohl aller Menschen ein. Die Entscheidung ist dem SPD-Ortsverband leicht gefallen – sie war einstimmig“, erklärte Tonja Brinks. Zuvor hatte sich Andreas Kenner mit Christian Spies und Thomas Haug über die Arbeit ihrer Organisationen unterhalten.

Bereits seit elf Jahren arbeitet Christian Spies im Ehrenamt bei den Maltesern mit: „Mein jüngerer Bruder hat mich dazu gebracht. Ich bin dann in die Arbeit immer mehr reingewachsen und habe mich damit immer mehr identifiziert.“ Thomas Haug ist bereits seit 1998 beim DRK Kirchheim aktiv: „Auch meine Frau arbeitet hier mit.“ Als Leiter der Notfallvorsorge ist Christian Spies für die Planung des Sanitätsdiensts bei Veranstaltungen und für die Einteilung der eigenen Leute zuständig. Aber auch so etwas Profanes wie „Rechnungen schreiben“ gehört zu seinen Aufgaben: „Wir brauchen das Geld aus den Einsätzen und durch Spenden, weil allein die Grundausbildung und Kleidung unserer Helfer pro Kraft 2.500 Euro kostet“, erklärte Christian Spies. Für das DRK Kirchheim sind die Segelflug-Wettbewerbe auf der Hahnweide immer mit einem Großeinsatz verbunden: „Wir sind mit 60 bis 70 Leuten vor Ort“, so Thomas Haug. Was die Arbeit der ehrenamtlichen Helfer erschwere, sei zum einen die zunehmende Bürokratie und zum anderen der Umstand, dass der Respekt bei Teilen des Publikums bei ihren Einsätzen nachlasse, bestätigten Haug und Spies auf Nachfrage von MdL Andreas Kenner.

Thomas Haug appelliert an alle Bürgerinnen und Bürger, zur Auffrischung ihrer Kenntnisse alle vier bis fünf Jahre Erste Hilfekurse zu besuchen. „Oft getrauen sich Leute bei einem Notfall nicht zu helfen, weil sie nicht wissen, was zu tun ist“, meinte Christian Spies. Dabei zähle hier oft jede Minute. Andreas Kenner sieht gerade auch bei Migranten noch Potential fürs Ehrenamt. Spies und Haug bestätigten, dass diese in ihren Organisationen bislang unterrepräsentiert sind. „Blaulichttage wie in Reutlingen können dazu beitragen, dass sich alle Blaulichtorganisationen der Öffentlichkeit einen Tag lang präsentieren und vorstellen können. Dies ist ein Weg, um neue Leute fürs Ehrenamt zu gewinnen und auch, um sich untereinander auszutauschen“, schlug Christian Spies vor. DRK und Malteser wirken auch bei Corona-Schnelltests mit. Allerdings betonte Thomas Haug: „Die Testergebnisse sind immer eine Momentaufnahme. Ein negativer Test kann trügerisch sein. Wichtig ist, auch dann die AHA-Regeln konsequent einzuhalten.“ Auch Christian Spies hob hervor, dass Schnelltests nur eine Ergänzung sein können: „Der langfristig effektivste Weg, um die Corona-Pandemie zu überwinden, ist sicherlich das Impfen.“