SPD-Fraktion fordert gebührenfreie Kitas und mehr Qualität

MdLs Stoch, Born und Kenner: „Gute Bildung ist ein Grundrecht und darf nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängen“

Mittwoch, 25. Juli 2018

Die SPD-Landtagsfraktion formuliert klare Handlungsaufträge an die grün-schwarze Landesregierung, um die frühkindliche Bildung zu stärken. „Mit Blick auf die zu erwartenden Ergebnisse des ‚Paktes für gute Bildung und Betreuung‘ werden wir keinen faulen Kompromiss akzeptieren – das Thema ist zu wichtig!“, erklärt SPD-Fraktionsvorsitzender Andreas Stoch. Er selbst hatte als Kultusminister in der vergangenen Legislaturperiode Baden-Württemberg im Bereich der frühkindlichen Bildung zum bundesweiten Vorreiter gemacht. Im Austausch mit Wissenschaft und Praxis hat die SPD-Fraktion nun einen umfassenden Maßnahmenkatalog erarbeitet und verabschiedet.

Zentral ist darin die Forderung zum Einstieg in die Gebührenfreiheit. Aus Sicht von Stoch und seinem Kirchheimer Fraktionskollegen Andreas Kenner ist es ein fataler Fehler, dass dieses Thema in den Verhandlungen zum ‚Pakt für gute Bildung und Betreuung‘ komplett ausgeklammert wurde: „Junge Familien in Baden-Württemberg brauchen die Gewissheit, dass ihr Kind hier von Anfang an das bestmögliche Bildungsangebot bekommt. Und das ganz unabhängig vom Geldbeutel, denn gute Bildung ist ein Grundrecht.“

Daniel Born, Sprecher für frühkindliche Bildung, ergänzt: „Die SPD denkt frühkindliche Bildung in einem Dreiklang aus mehr Betreuungsplätzen und flexiblen Betreuungszeiten, einer stetigen Qualitätsentwicklung und dem Einstieg in die Gebührenfreiheit.“ Born warnt davor diese Aspekte gegeneinander auszuspielen, wie es die grün-schwarze Landesregierung versuche. „Eltern dürfen nie vor die Wahl zwischen einem guten und einem günstigen Angebot gestellt werden – dabei ist angesichts prall gefüllter Landeskassen beides möglich.“

Ein weiterer Schwerpunkt des SPD-Maßnahmenpakets ist die Frage, wie mehr Erzieherinnen und Erzieher gewonnen und in den Kitas gehalten werden können. „Überlastung und Unterbesetzung dürfen nicht zum Markenkern des Arbeitsplatzes Kita werden“, mahnen Born und Kenner. Die Abgeordneten fordern: „Wir brauchen in den Einrichtungen bessere Arbeitsbedingungen, eine angemessene Bezahlung, gute Entwicklungsperspektiven, starke Leitungen und mehr multiprofessionelle Teams.“ Eine Fachkräfteoffensive ist für die SPD-Fraktion dabei unerlässlich.