Andreas Kenner

Für uns im Landtag

Unvorstellbares Martyrium

 

„Mir fehlen die passenden Worte zur Beschreibung des unvorstellbaren Martyriums dieses 9- jährigen Kindes.“ Andreas Kenner Landtagsabgeordneter des Wahlkreises Kirchheim-Teck und Jugendpolitischer Sprecher der SPD Fraktion

Am Donnerstag berichtete der Baden-Württembergische Sozial-und Integrationsminister Manne Luche dem Ausschuss für Soziales und Integration über die neuesten Erkenntnisse zu dem brutalen Missbrauch des 9-jährigen Jungen aus Staufen in Südbaden.

Andreas Kenner, Landtagsabgeordneter des Wahlkreises Kirchheim-Teck und Jugendpolitischer Sprecher der SPD Fraktion erklärte anschließend: „Anstand, Pietät und Respekt vor dem Jungen gebieten, dass keine Details aus dieser nichtöffentlichen Sitzung an die Öffentlichkeit gelangen. Mir fehlen die passenden Worte zur Beschreibung des unvorstellbaren Martyriums dieses 9- jährigen Kindes. Der Ausschuss hat mit dem notwendigen Respekt vor dem Opfer, in großer Betroffenheit und Ernsthaftigkeit über den Bericht von Minister Lucha gesprochen.“
Andreas Kenner erklärte, dass er nichts davon halte,  jetzt zur Beruhigung der Öffentlichkeit schnell einen oder mehrere Schuldige zu präsentieren. Schuldig seien, so Andreas Kenner, zu allererst die Mutter des Jungen, ihr Lebensgefährte und vor allem die perversen Männer, die Geld dafür bezahlt haben ein unschuldiges Kind vergewaltigen zu dürfen. Er lobte ausdrücklich die exzellente Polizeiarbeit in diesem Fall und forderte zugleich, dass zur Bekämpfung von Kindesmissbrauch und Kinderpornographie mittels des Internets die Polizei technisch und personell bestens ausgestattet sein müsse, um hier in Zukunft noch schneller die Täter ermitteln zu können.  Auch müssen die Jugendämter gestärkt werden, damit sie ihre immer anspruchsvollere und schwierigere Aufgabe erfüllen können. „Wer stets mit dem Finger auf die zuständigen Jugendämter zeigt, wenn ein Kind zu Schaden, oder sogar zu Tode gekommen ist, darf nicht gleichzeitig Personal einsparen wollen,“ mahnt Kenner an.

Ein Kind aus seiner Familie zu holen ist immer eine hoch emotionale Angelegenheit und erfordert große Professionalität von den MitarbeiterInnen der Jugendämter. Diese müssen ihre Entscheidung ja wie im Fall des Jungen aus Staufen auch noch vor dem zuständigen Gericht verantworten. Andreas Kenner, der selbst jahrelang psychisch kranke alte Menschen betreut hat, weiß aus eigener Erfahrung dass AltenpflegerInnen, Krankenschwestern, SozialarbeiterInnen und Erzieherinnen oftmals von Juristen nicht als gleichberechtigte Partner und Experten vor Ort gesehen werden. Da mache es sich der Justizminister Wolf zu einfach, wenn er lediglich auf die unabhängig der Justiz verweist. Andreas Kenner fordert hier einen Wechsel in der Einstellung, „wenn Sozialarbeiter des Jugendamtes mit jahrelanger Berufserfahrung ein Kind aus seiner Familie holen, dann ist das zu weit über 90% berechtigt und sollte nicht vom zuständigen Gericht einfach übergangen werden.“
Auch muss es, so Andreas Kenner, einen Paradigmen Wechsel geben was Kindeswohl und Elternrecht angeht. In Zukunft muss das Kindeswohl an allererster Stelle kommen. Andreas Kenner erklärte zum Schluss, „wir brauchen anstatt einer „Wegschaukultur“ eine „Hinschaukultur“, damit sich solche Fälle in Zukunft nicht wiederholen. Das beginnt bei der Nachbarschaft, in der Verwandtschaft, beim Kinderarzt, in der KITA, in der Schule, im Sportverein und endet bei den zuständigen Ämtern, der Polizei und den Gerichten. Wir müssen bereit dazu sein „das undenkbare zu denken“, das hat uns der Junge aus Staufen gezeigt.“

Dass ein Kind von der eigenen Mutter verkauft wird, hat dort niemand für möglich gehalten.